Symptome

Wie wirkt sich die MS aus?

Da es sich bei der Multiplen Sklerose um eine Nervenkrankheit handelt, kann theoretisch nahezu jedes Symptom auftreten, da unser Nervensystem zur Steuerung sämtlicher Abläufe des Körpers dient.

Es gibt nicht das Symptom. Kein Mensch gleicht dem anderen und das Erscheinungsbild der MS - abhängig davon, welche Areale des ZNS betroffen sind - variiert individuell.

Die Palette von Krankheitszeichen ist deshalb enorm vielfältig. Nicht alle Symptome, die ein Mensch unter der MS entwickeln kann, können hier aufgeführt werden. Jedoch gibt es einige Störungen, die als typisch/häufig angesehen werden. So kann ein Symptom einzeln als auch in Kombination mit anderen auftreten.

Diese Bereiche sind:

Augensymptome:
  • Verminderung der Sehschärfe, Schleiersehen, veränderte Wahrnehmung von Licht und Farben, vereinzelt vorübergehende Blindheit, Schmerzen im Bereich des Augapfels
  • Störung der Augenbewegung, Doppelbilder
  • Unwillkürliche, nicht steuerbare Bewegungsvorgänge des Auges (Nystagmus)
Augensymptome sind oft erste Anzeichen einer Multiplen Sklerose.

Hirnstammsymptome:
  • Augensymptome, einseitige Gesichtslähmung (Facialisparese), Trigeminusneuralgie Schwindel, Gleichgewichtsstörungen, die sogar von Übelkeit und Erbrechen begleitet sein können, daraus resultierende Gangstörungen, etc.
  • Hörstörungen
Die Ursachen dieser Krankheitszeichen sind äußerst komplex, da sich im Hirnstamm auf engstem Raum die verschiedensten Nervenstränge treffen, d. h. miteinander verknüpft sind. Aus diesem Grund machen schon kleinste Entzündungsherde (Läsionen) größere Beschwerden.

Kleinhirnsymptome:
  • Gangunsicherheit mit z. B. torkeligem oder breitbeinigem Laufen (Ataxie), Neigung zum Hinfallen, Stehprobleme
  • gestörte Bewegungsabläufe, allgemeine Koordinationsstörungen
  • Zittern (Tremor) der Arme oder Hände, Erschwernis zielgerichteter schneller Bewegungen
  • Sprachstörungen mit schleppender und/oder abgehackter Artikulation
Pyramidenbahnsymptome:
  • Lähmungserscheinungen (Parese) mit Ermüdbarkeit, Schwere und Spannungsgefühlen der Beine, Stolpern
  • Spitzfußstellung, spastische Lähmungen
  • Abnorme Muskelspannung und Steifigkeit der Gliedmaßen (Spastik), Störung der Beweglichkeit und Feinmotorik, Schmerzen
  • Unwillkürliche rhythmische Zuckungen des Fußes (Klonus), übersteigerte Reflexe durch einfache Reize
Sensibilitätsstörungen:
  • Missempfindungen, Kribbeln, Taubheitsgefühle
  • Kälte- oder Wärmeempfindungen, fehlende Wahrnehmung von Kälte oder Hitze bei Berührung von Materialien
  • Gürtel-, Spannungs- oder Druckgefühle,
  • Empfindlichkeit gegenüber Berührungen, Schmerzempfinden bei leichten Berührungen
  • Schmerzgefühle auf der Haut (wird manchmal wie Gürtelrose beschrieben)
  • Herabgesetztes Vibrations- und Lagerempfinden
Hierbei handelt es sich ebenfalls um sehr häufige Symptome.

Blasen- und Mastdarmstörungen:
  • Blasenentleerungsstörungen durch Spastiken oder sonstige Fehlfunktionen der Blase
  • Reflexartiger Drang, die Blase ständig entleeren zu wollen (Imperativer Harndrang)
  • Verlust der Kontrolle über die Blase und/oder den Beckenboden, Inkontinenz
  • Verstopfung
  • Evtl. Verlust der Kontrolle über den Schließmuskel und somit Inkontinenz
Sonstige Symptome:
  • Häufig: Unkontrollierbar auftretende Müdigkeit/Erschöpfung (Fatigue)
  • Geistige (kognitive) Leistungseinbußen mit Vergesslichkeit, Verlangsamung des Wahrnehmens, Denkens und der Reaktion
  • Seelische Labilität und allgemein ängstliche Grundstimmung
  • Psychische und sexuelle Störungen, bei denen jedoch genau unterschieden werden muss, ob sie primäre körperliche Folge der Multiplen Sklerose oder eher als mentale Reaktion auf die Krankheit zu werten sind.

Text: © Sommer